Möglichkeiten den Zeitpunkt des Eisprungs zu berechnen

11.Oct 2010  |  Kinderwunsch

Wünschen sich Paare ein Baby, informieren sie sich auch über die Möglichkeiten den Zeitpunkt des Eisprungs zu berechnen. Denn kennt man den Zeitpunkt des Eisprungs, kann man die fruchtbaren Tage ermitteln. Also die Tage im Zyklus, an denen eine Frau schwanger werden kann. Die Chancen innerhalb eines Zyklus schwanger zu werden, liegen etwa zwischen 15 – 25%.

Bevor man beginnt seinen Eisprung zu berechnen, ist es wichtig zunächst einmal die durchschnittliche Zykluslänge zu ermitteln. Ein Zyklus dauert vom ersten Tag der letzten Monatsblutung bis zum letzten Tag vor der nächsten Monatsblutung. Um die durchschnittliche Länge ermitteln zu können, sollte man nach dem Absetzen der regulären Verhütung seinen Zyklus über einen längeren Zeitraum beobachten. Am besten trägt man die Daten regelmäßig in einen Kalender ein. Je genauer man sich Notizen macht, desto besser kann man die gesammelten Daten für die Berechnung des Eisprungs nutzen.

Besonders nach dem Absetzen hormoneller Verhütungsmittel kann es einige Zeit dauert bis sich der Körper umgestellt hat und sich ein regelmäßiger Zyklus wieder eingestellt hat. In einigen Fällen kann es daher bis zu einem Jahr dauern, bis sich der Wunsch nach einem Baby für ein Paar erfüllt. Im Allgemeinen beträgt die durchschnittliche Zykluslänge einer Frau 28 Tage. Nachdem im Eierstock eine Eizelle vollständig herangereift ist, kommt es innerhalb des Zyklus, abhängig von der individuellen Zykluslänge, am 14. Tag zum Eisprung. Auch als Ovulation bezeichnet. Danach ist eine Eizelle zwischen 12 und 24 Stunden befruchtungsfähig. Spermien können unter optimalen Bedingungen im Körper einer Frau etwa 4 bis 5 Tage überleben. Bei Geschlechtsverkehr vor dem Eisprung können so insgesamt sechs fruchtbare Tage pro Zyklus „entstehen“. Im Internet findet man zahlreiche Eisprungkalender, womit man den Zeitpunkt des Eisprungs berechnen lassen kann.

Je nach Website basieren sie auf verschiedenen wissenschaftlichen Methoden zur Ermittlung des Eisprungs.

Knaus-Ogino-Verhütungsmethode

Die Knaus-Ogino-Verhütungsmethode wird auch als Kalendermethode bezeichnet, denn bei dieser Methode wird der weibliche Zyklus beobachtet und genau notiert, also die Tage der Blutung und die Tage ohne Blutung. Aus den gesammelten Daten heraus, werden der vermutliche Zeitpunkt des Eisprungs und damit die fruchtbaren Tage ermittelt. Aufgrund der häufigen Schwankungen im Zyklus ist diese Methode allein zum Zweck der Verhütung nicht zu empfehlen. Um Rückschlüsse auf den Eisprung ziehen zu können, wird allgemein empfohlen auf die Daten der letzten 12 Monate zurückzugreifen. Mindestens aber 6 Monate. Anschließend zieht man vom kürzesten Zyklus 18 Tage (zum Beispiel Zyklus 26 Tage: 26 – 18 = 8) und vom längsten Zyklus 11 Tage (zum Beispiel Zyklus 32 Tage: 32 – 11 = 21) ab. Daraus ergibt sich eine mögliche fruchtbare Zeitspanne vom 8. bis zum 22. Zyklustag. Innerhalb dieses Zeitfensters sollte man keinen ungeschützten Verkehr praktizieren.

Basierend auf der rechnerischen Ermittlung der fruchtbaren Tage durch die Knaus-Ogino-Verhütungsmethode wurde von der Medizinerin Maria Hengstberger die Geburtenkontrollkette entwickelt. Anhand verschiedener farbiger Perlen wird der Verlauf eines kompletten weiblichen Zyklus vereinfacht dargestellt. Täglich wird dabei ein Gummiring von Perle zu Perle weitergeschoben. Eine rote Perle markiert den Beginn des Zyklus, also den ersten Tag der Blutung, rein gelbe Perlen stehen für unfruchtbare Tage, rein blaue Perlen markieren den Eisprung und die fruchtbaren Tage. Aufgrund der bildlichen Darstellungsweise kann die Kette auch von Analphabetinnen eingesetzt werden. Auch im Rahmen der Entwicklungshilfe findet die Kette Anwendung. Denn die natürliche Verhütung nach der Knaus-Ogino-Verhütungsmethode wird von der katholischen Kirche gebilligt.

In den USA ist die Geburtenkontrollkette unter dem Namen „Standard Days Method“ bekannt geworden.

Temperaturmethode

Die Temperaturmethode ist eine Möglichkeit den Zeitpunkt des Eisprungs zu ermitteln. Und zwar mittels der Beobachtung der sogenannten Basaltemperatur. Die Basaltemperatur beschreibt die niedrigste Körpertemperatur eines gesunden Menschen im allgemeinen Tagesverlauf. Sie wird unmittelbar nach dem morgendlichen Aufwachen gemessen und in eine bestimmte Temperaturtabelle eingetragen. Ein exakt arbeitendes Thermometer ist bei dieser Methode unerlässlich. Im Laufe des weiblichen Zyklus kommt es zu Schwankungen um wenige Zehntelgrade. Die Phase der unfruchtbaren Tage beginnt, wenn an Minimum drei aufeinanderfolgenden Tagen eine erhöhte Basaltemperatur gemessen wurde. Wichtige Voraussetzung ist jedoch, das der letzte Messpunkt mindestens 0,2 Grad höher liegt, als der höchste Punkt der sechs vorangegangen Tage mit niederer Temperatur. Da die Erhöhung der Temperatur erst nach dem Eisprung stattfindet, kann also erst in der späteren Betrachtung der Kurve festgestellt werden, wann der Eisprung erfolgte. Die unfruchtbare Phase endet laut Temperaturmethode mindestens 8 Tage vor dem ersten Tag mit erhöhter Temperatur. Aufgrund der Schwankungen im Zyklus, sollte man möglichst auf die Temperaturkurven der letzten zwölf Monate täglicher Messung zurückgreifen. Verschiedene äußere und körperliche Faktoren wie zum Beispiel Stress, Fieber oder Schichtarbeit können die Temperaturkurve deutlich stören. Aus diesem Grund gilt sie, allein angewandt, als äußerst unzuverlässig. Ganz nebenbei: Ist die Basaltemperatur an mehr als 18 aufeinander folgenden Tagen erhöht, kann dies als Anzeichen einer Schwangerschaft gedeutet werden.

Billings-Methode

Bei der Billings-Methode wird die Beschaffenheit des Gebärmutterschleims (Zervikalschleim) beobachtet und täglich die Beschaffenheit notiert. Dies ist sinnvoll, denn im Laufe des weiblichen Zyklus verändert sich die Konsistenz des Schleims. Während der unfruchtbaren Tage ist es zäh, klumpig oder dickflüssig. Er bildet einen regelrechten Verschluss des Muttermundes. Ein kaum überwindbares Hindernis für männliche Spermien. Einige Tage vor und während des Eisprungs verändert sich die Beschaffenheit des Schleimes. Er wird dünnflüssiger und klarer. Er wird spinnbar, dass bedeutet nimmt ihn in die Finger und zieht ihn auseinander entstehen kleine Fädchen. Der Sexualverkehr wird erleichtert und die Spermien erwartet ein zum Überleben freundliches Milieu. Durch verschiedene Erkrankungen oder Hormonschwankungen kann das Ergebnis der Beobachtungen jedoch auch bei dieser methode, den Zeitpunkt des Einsprungs zu bestimmen, verfälscht werden.

Symptothermale Methode

Die symptothermale Methode ist die Kombination der Temperatur- und der Billings-Methode. Möchte man diese Methode zur Verhütung anwenden, kann die elektronische Unterstützung durch einen Verhütungscomputer sehr nützlich sein. Denn hier werden die gesammelten Daten platzsparend notiert. Auch hier gilt, je regelmäßiger der weibliche Zyklus stattfindet, desto genauer können die fruchtbaren Tage ermittelt werden.

Fruchtbarkeitscomputer Duo Fertilility

Der englische Fertilitätscomputer Duo Fertility kombiniert drei Methoden zur Ermittlung der fruchtbaren Tage. Die Messung der Basaltemperatur, die Analyse des Zervikalschleims sowie die Konzentration des Luteinisierenden Hormons im Urin. Kurz vor dem Eisprung steigt dieses Hormon, kurz LH-Hormon, deutlich an. Mittels eines Sensors der mit einem Pflaster auf die Haut geklebt wird, wird die Temperatur pro Nacht ca. 20.000 Mal gemessen. So sind Schwankungen viel leichter zu erkennen. Die ermittelten Daten verschiedener Teststreifen kann, wie erwähnt, ebenfalls in den Computer eingegeben werden.

Jede Methode erfordert, sofern sie ohne elektronische Hilfsmittel durchgeführt wird, ein hohes Maß an Disziplin und Durchhaltevermögen. Jede dieser Methoden wurde in ihren Ursprüngen dazu entwickelt, um die Chance auf eine Schwangerschaft zu steigern. Hinsichtlich der Verhütung gilt an den unsicheren Tagen entweder strikte Enthaltsamkeit oder der Einsatz zusätzlicher Verhütungsmittel. Bezüglich der Enthaltsamkeit ist an den fruchtbaren Tagen ebenfalls ein hohes Maß an Selbstkontrolle erforderlich. Denn die Natur hat es so eingerichtet, dass während der fruchtbaren Tage ebenfalls die Libido einer Frau am höchsten ist. Die Gefahr den Avancen des Partners oder dem eigenen Trieb zu erliegen ist während der fruchtbaren ebenfalls besonders groß.


1 Comment


  1. Vielen, vielen Dank für diese ausführliche Erklärung! Jetzt ist es mir schon alles klar

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